Marketing Keyboard

Kommentare und Gedanken über Echtzeit Marketing und Pressearbeit - powered by pianoforte pr

Ein Buch für alle Fälle…(1. Teil)

Zugegeben, der Sommer ist schon fortgeschritten und Bücherempfehlungen gibt es in der Tat wie Sand am Meer – dennoch, die Begeisterung für „meine“ Bücher hat mich veranlasst doch noch eine weitere Bücherliste zu veröffentlichen. Nicht zuletzt ermöglicht mir die Pressearbeit für Verlage direkt an der Quelle zu sitzen:

·         Städte- und Familienroman oder ein Muss für Ägyptenbesucher

Als lebenspralle Erzählkunst beschreibt die Sächsische Zeitung die Triologie von Nagib Machfus: „Zwischen den Palästen“, „Palast der Sehnsucht“ und „Zuckergässchen“. Der einzige Literaturnobelpreisträger aus dem arabischen Raum bietet mit diesen Büchern einen einzigartigen Einblick in den Alltag einer ägyptischen Kaufmannsfamilie am Beginn des 20. Jahrhunderts. Die drei Bände umfassen eine Zeitspanne von etwa 30 Jahren und beleuchten die Familie des Patriarchen und Lebensmann Abd al-Gawwad. Die Originalausgabe erschien bereits 1957, aber erst 1993 wurde die deutschsprachige Ausgabe publiziert.

Ich habe den ersten Band „Zwischen der Palästen“ auf Empfehlung einer sehr engagierten Buchhändlerin (Leider weiß ich den Namen nicht, aber es war die Filiale Hugendubel, Nymphenburger Straße 168, http://www.hugendubel.de) gekauft und bin restlos begeistert. Konkret war ich auf der Suche nach einem Städteroman und anfangs von der Idee, etwas über Ägypten zu lesen, wenig begeistert, weil ich keinen Bezug zu dem Land hatte. Das Buch offenbart aber bereits auf den ersten Seiten eine ganz hohe Erzählkunst, die mich in den ausführlichen Beschreibungen stellenweise an Gabriel García Márquez erinnerte. Der Roman schildert jeweils aus der Sicht der unterschiedlichen Familienmitglieder, angefangen vom 10 jährigen Sohn Kamal bis hin zum despotischen Familienoberhaupt Abd al-Gawwad und seiner unterwürfigen Frau Amina, die täglichen Sorgen und Freuden einer ägyptischen Kaufmannsfamilie am Vorabend des ersten Weltkriegs. Dabei versteht es Nagib Machfus meisterlich persönliche Schicksale mit politischen Umbrüchen zu verknüpfen. So abstoßend und grausam einem manche Sitten und Traditionen auch erscheinen, so sehr wachsen einem die einzelnen Figuren ans Herz. Ein Buch, das sehr neugierig auf eine äußerst fremde Kultur macht.

Empfehlenswert auch für Fans von: Buddenbrooks und Hundert Jahre Einsamkeit

·         Krimi mit Einblick in die Stalin-Ära

„Child 44“ war 2008 auf der Longlist zum Man Booker Prize und es genauso lang liegt es zurück, dass ich das englische Original im Haus meines englischen Freundes in Nordspanien las. James, so heißt mein Freund, hat es sich zur Aufgabe gemacht jedes Jahr alle nominierten Bücher vor Bekanntgabe des Gewinners zu lesen, um selbst einen Wettvorschlag hinsichtlich des Erstgereihten abzugeben. Praktischerweise werden die Nominierungen der Long List beim Booker Prize auch schon im Juli veröffentlicht. Im September folgt dann üblicherweise die Short List mit nur mehr sechs Vertretern und im Oktober steht der Sieger fest. Der Zeitraum von fast vier Monaten ermöglicht die entsprechende Vermarktung der gelisteten Werke. Nicht umsonst steht hinter dem renommiertesten englischen Literaturpreis die Firma „Man“, eine Investmentfirma.

Aktuell schmökere ich im Nachfolgewerk des gleichen Autors Tom Rob Smith „Agent 6“. Da ich allerdings erst am Beginn bin, beziehe ich mich in meiner Buchempfehlung auf das Erstlingswerk.

Fasziniert hat mich bei Child 44, neben der intelligenten atmosphärischen Spannung, der Einblick in die Stalin Ära. Absolute Willkür, komplette Verleugnung der Realität und das Leben in einem Regime, in dem keiner dem anderen vertrauen kann. Allein der Verdacht, der auf eine Person fällt, ist gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Der Krimi rund um den KGB Offizier Leo Demidow läßt einem nicht nur wegen Kindsmorde erschauern, sondern bietet eine Ahnung dessen, was die Stalin Ära an Grausamkeiten bereit hielt.

Empfehlenswert auch für Fans von: Die weiße Löwin

·         „Feel good“ Roman

In eine komplett andere Richtung zielt das Buch „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ des schwedischen Autors Jonas Jonasson. Im Film würde diese äußerst humorvoll geschilderte Handlung als Road-Movie bezeichnet werden. Das Buch schildert die unglaubliche Geschichte des 100jährigen Allan, der sich am Tag seines runden Geburtstags dazu entschließt das Altersheim hinter sich zu lassen und an den Feierlichkeiten nicht teilzunehmen. Ohne einen Plan in der Tasche führt sein Weg zum Busbahnhof. Der Zufall will es, dass er dort einen kleinen Ganoven mit einem großen Koffer trifft. Allan, der eigentlich nur auf der Suche nach passender Kleidung ist, entwendet das Gepäcksstück, nicht ahnend, dass der Koffer eine riesige Geldsumme bereit hält, und setzt sich in den nächsten Bus. Was folgt ist eine Kette irrwitziger Wendungen und Begegnungen mit weiteren eigentümlichen Charakteren wie der schönen Frau und dem Elefanten Sonja, dem hochgebildeten Imbissbudenbesitzer Benny und dem praktisch veranlagten Gelegenheitsdieb Julius. Auf der Flucht vor dem Altersheim, der Presse, der schwedischen Mafia und nicht zuletzt der Polizei macht sich das Quintett auf den Weg.

Empfehlenswert auch für Fans von: Forrest Gump

Soviel zum ersten Teil meiner Buchempfehlungen. Spätestens vor dem Beginn der Herbstferien veröffentliche ich den zweiten Teil, der sich mit der vermutlich bekanntesten Schriftstellerin der DDR, einem Gewinner des bereits erwähnten Man Booker Prize und noch einem weiteren besonderen Leckerbissen auseinandersetzt.

Was zwitschern österreichische Journalisten?

Was wäre die Zeit im Bild 2 mittlerweile ohne dem Twitterstream (#ZIB2)? Da sich auch in der österreichischen Journalistenszene selbst immer mehr Medienprofis dem Kurznachrichtendienst anschließen, folgt hier ein kurzer – zutiefst subjektiver – Einblick in die Twitterlandschaft der österreichischen Journalisten.

Ulla Kramar-Schmid (@ukschmid), Redakteurin Profil

Das Branchenblatt „Der Österreichische Journalist“ hatte die profil-Redakteurin insbesondere für ihre Leistung als „große Skandalaufdeckerin“ 2012 zur Journalistin des Jahres gewählt. Dürfte unter Twitterfans noch nicht ganz so bekannt sein. Hat eben erst die 1000er-Fan-Grenze überschritten.

Philipp Wilhelmer(pwilhelmer), Kultur-Redakteur Kurier

Der jüngste Neuzugang im Kurier hat es in die Liste geschafft, weil er eben vom Horizont zum Kurier in das Ressort Medien und Kultur wechselt und darüber hinaus noch äußerst aktiv auf Twitter ist - Gezwitscher zu verschiedenen Themenbereichen der Tagespolitik, keineswegs nur zur Kulturpolitik.

Florian Klenk (florianklenk), Chefredakteur Falter

Vorstellung erübrigt sich. Insofern überraschen auch die 17.000 Follower wenig. Den Konversationen zu folgen gibt ein gutes Bild der innersten Medienlandschaft Österreichs und wer sich gut kennt - mal ganz abgesehen von den tagesaktuellen Einschüben, wenn Informationen beim Falter „deponiert“ werden. Wäre ich Pressesprecher eines österreichischen Politikers, würde ich Florian Klenk unbedingt folgen.

Thomas Mohr (@thomas_mohr), Blogger (Zeitschrift Wiener) und Moderator (Guten Abend Österreich auf Puls 4)

Vor allem aber ist Thomas Mohr ein begeisterter Twitteranhänger wie über 15.000 Tweets und ein reger Austausch mit Journalistenkollegen beweisen.

Matthias Cremer (@MatthiasCremer), Fotograf beim Standard

Zum besten Fotografen 2012 gewählt, auf Twitter sehr aktiv mit einer Mischung aus privatem und politischem, aber immer im Dialog.

Armin Wolf (@ArminWolf), ZIB2 Moderator

Das Urgestein der österreichischen Journalistenszene ausgezeichnet mit dem Robert-Hochner-Preis und mehrfacher goldener Romypreisträger als beliebtester Moderator. Wer von ihm auf Twitter begrüßt wird, hat mit einem Schlag über 200 Anhänger, selbst wenn es nur einen einzigen Twittereintrag und gar kein Profilbild gibt. So geschehen bei der neuen Wien-Korrespondentin der SZ, @CathrinKalweit. Wäre ich Pressesprecher eines österreichischen Politikers … und so weiter.

Cathrin Kalweit (@CathrinKalweit), Österreich Korrespondentin der Süddeutschen

Nur deshalb in dieser Liste, weil von Armin Wolf begrüßt. ;-) Mit einem Tweet schafft man den Sprung hierher sonst nicht.

Ohne Models aber mit neuem Chefredakteur

Personalumstellung bei Brigitte: Stephan Schäfer ersetzt Andreas Lebert

Brigitte - ohne Models hieß es im Januar 2010 und glich einer Revolution in der Modewelt. Entsprechend heftig fielen die Reaktionen aus. Jetzt überrascht das Frauenmagazin aus dem Haus Gruner und Jahr neuerlich. Stephan Schäfer, der Vielbeschäftigte, übernimmt die Leitung der Chefredaktion von Andreas Lebert, der nach 10 Jahren ausscheidet. Brigitte Huber, die seit 2009 mit Andreas Lebert in einer Doppelspitze die Chefredaktion anführte, bleibt im Amt.

Auf den ersten Blick ist die Personalie durchaus überraschend. Andreas Lebert war vor seinem Engagement bei Brigitte Geschäftsführer des SZ-Magazins und danach kurze Zeit stellvertretender Geschäftsführer des Sterns. In der persönlichen Begegnung präsentierte er sich sehr humorvoll und charismatisch. Ich habe in einem Newsletter über seine unterhaltsame Präsentation von “Brigitte - ohne Models” anfangs 2010 berichtet (Hier der Link zur Nachlese: http://www.pianoforte-pr.com/index.php?option=com_content&view=article&id=66%3Abrigitte-ohne-models&catid=37%3Anewsletter&Itemid=70&lang=de).

Andererseits sprechen die Zahlen ein sehr deutliches Bild. Trotz der medienwirksamen Idee das Frauenmagazin ohne den üblichen Glamour zu produzieren, ist die verkaufte Auflage deutlich zurückgegangen: Von 671.051 im 2. Quartal 2010 auf 601.696 verkaufte Stückzahl im gleichen Zeitraum 2012. Das entspricht einem Rückgang von über 10 % in zwei Jahren.

Stephan Schäfer, der neue Chefredakteur, ist das Allround Talent im Hamburger Verlagshaus. Er ist aktuell außerdem Chefredakteur von “Schöner Wohnen”, “Essen & Trinken”, “Häuser” und brachte das Magazin “Couch” an den Start. Seine Aufgabe, keine Models aber auch nicht die Auflage weiter abzuspecken, wird vermutlich seine bisher größte berufliche Herausforderung werden.

Von Zeit zu Zeit darf man sich doch wundern. Laut der englischen Tageszeitung Independent rief der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, Marc Adams, die Zuschauer am Straßenrand des Herren Radrennens dazu auf weniger zu twittern. “We don’t want to stop people engaging in this by social media and sending updates,” sagte er, “But perhaps they might consider only sending urgent updates.“
Hintergrund des Aufrufs war die schlechte Übertragung auf BBC. Aufgrund technischer Probleme bedingt durch den verzögerten Transfer von GPS Daten hatte der Sender offensichtlich Schwierigkeiten den führenden Fahrer ausfindig zu machen.
Die Aussage von Marc Adams ist jedenfalls verwunderlich für einen Pressesprecher. Nur ein bisschen Social Media erinnert an “nur ein bisschen schwanger”.
Fotoquelle: Flickr, Photograph iwillbehomesoon


Von Zeit zu Zeit darf man sich doch wundern. Laut der englischen Tageszeitung Independent rief der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, Marc Adams, die Zuschauer am Straßenrand des Herren Radrennens dazu auf weniger zu twittern. “We don’t want to stop people engaging in this by social media and sending updates,” sagte er, “But perhaps they might consider only sending urgent updates.“

Hintergrund des Aufrufs war die schlechte Übertragung auf BBC. Aufgrund technischer Probleme bedingt durch den verzögerten Transfer von GPS Daten hatte der Sender offensichtlich Schwierigkeiten den führenden Fahrer ausfindig zu machen.

Die Aussage von Marc Adams ist jedenfalls verwunderlich für einen Pressesprecher. Nur ein bisschen Social Media erinnert an “nur ein bisschen schwanger”.

Fotoquelle: Flickr, Photograph iwillbehomesoon

Stronach im Interview der ZIB 2

Perfektes Beispiel für Echtzeit PR - im selben Augenblick gingen die Tweets bezgl #ZIB2 los. Ein junger Mann schrieb dazu: “Ich traue mich nicht umzuschalten, ich warte noch auf die Auflösung dieses Scherz.” Jedenfalls ein legendäres Interview.

Passend zum heutigen Champions League Finale:
Nicht ganz so erfolgreich wie der FC Bayern ist Hertha: Die Berliner Morgenpost hat im neuesten Anzeigenmotiv den voraussichtlichen Abstieg süffisant in Verbindung mit dem Berliner Flughafen (BBI) gesetzt. Ein schönes Beispiel für kreative gelungene Werbung, im Sinne von Echtzeitmarketing. Die Idee für die Kampagne “Das ist Berlin” stammt ursprünglich aus dem Haus Römer Wildberger Werbeagentur.

Passend zum heutigen Champions League Finale:

Nicht ganz so erfolgreich wie der FC Bayern ist Hertha: Die Berliner Morgenpost hat im neuesten Anzeigenmotiv den voraussichtlichen Abstieg süffisant in Verbindung mit dem Berliner Flughafen (BBI) gesetzt. Ein schönes Beispiel für kreative gelungene Werbung, im Sinne von Echtzeitmarketing. Die Idee für die Kampagne “Das ist Berlin” stammt ursprünglich aus dem Haus Römer Wildberger Werbeagentur.

Facebook Chronik – Änderungen für Firmen Fanpages

1. Teil Muss ich umstellen und bis wann? Beispiele aus der Praxis


Jeden Tag drängen mehr Firmen mit einer eigenen Facebook Seite für ihr Unternehmen bzw. ihre Marke (im Fachjargon Fanpage genannt) auf das Social Media Portal. 840 Millionen monatliche User sind eben doch ein überzeugendes Argument. Insbesondere Tourismusbetriebe haben den Wert der Kommunikation mit ihren Kunden zu schätzen gelernt. Anläßlich der gestrigen Eröffnung der ITB informiere ich deshalb in einer vierteiligen Serie über die wichtigsten Änderungen, die sich durch das neue Facebook Layout (auch Facebook Chronik bzw. Facebook Timeline genannt) ergeben.

Weiterlesen

Pinterest - die neuen digitalen Postkarten im Tourismus

Wann haben Sie zuletzt eine Postkarte im Urlaub geschrieben?


Mein letzter Kauf von Postkarten liegt schon ein paar Jahre zurück. So manches Motiv auf den A6 formatigen Kartonkärtchen scheint allerdings auch aus einer anderen Zeit zu stammen. Schade, denn für Tourismusregionen bietet die Postkarte eine Möglichkeit der (fast) kostenlosen Werbung. Empfehlungsmarketing könnte man es auch im Marketingjargon nennen.


Seit kurzem gibt es dazu eine weitere Alternative: Pinterest heißt die digitale Pinnwand, die seit März 2010 auf dem Markt ist und bereits 12 Millionen Fans begeistern konnte. Klemmte man früher die Postkarten noch in die Ritzen von Küchenschränken fest oder pinnte sie auf Korkwänden an, so ist Pinterest das Anschlagbrett im digitalen Zeitalter. Der Vorteil: Nicht nur Tante, Oma oder Bürokollegen erhalten einen Eindruck vom letzten Winterurlaub sondern die gesamte digitale Community. Im Fall von Pinterest sind dies vor allem jungen Damen im Alter zwischen 18 zwischen 34 Jahren. Eine durchaus interessante Zielgruppe sind doch bekanntlich Frauen auch mehrheitlich für die Urlaubsplanung verantwortlich.


Erstaunlich deshalb, dass zumindest im deutschsprachigen Raum noch kaum Beispiele von Hotels, Regionen oder sonstigen Freizeiteinrichtungen auf Pinterest vertreten sind. Bleibt zu hoffen, dass der Einstieg rascher gelingt als die Erneuerung der Postkartenmotive.

Vorgeschriebene Pressefotos. Ein Skandal. Oder?

Claudius Prösser von der taz, ist auf der Suche nach dem Skandal in Bezug auf die Pressefotos von Frau von Obernitz.

Die verbotenen Bilder der Senatorin

In einem Artikel des Tagesspiegel vom 6.1.2011 wird eine angebliche versuchte Einflussnahme seitens der Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz thematisiert. Ist das Zensur?